
Wir haben ein Interview mit der renommierten Architektin Tuba Üzüm Kesici über Architektur und Design geführt.
Sie haben in der Türkei eine wichtige Rolle in der Architektur. Können Sie uns trotzdem ein wenig über sich selbst erzählen?
Ich habe 1997 meinen Abschluss an der Architekturfakultät der Technischen Universität Istanbul gemacht und seitdem an vielen Architektur- und Innenarchitekturprojekten in verschiedenen Größen gearbeitet. Neben Büroprojekten habe ich auch in den Bereichen Wohnbau, Geschäfte und Restaurants sowohl Entwurfs- als auch Umsetzungsprojekte durchgeführt. Nach etwa fünfzehn Jahren Tätigkeit in verschiedenen Büros arbeite ich seit drei Jahren mit einem jungen und dynamischen Team unter dem Namen Güzel İşler Atölyesi, kurz GİA Architektur- und Beratungsunternehmen, weiter an Projekten.
Was sind Ihrer Meinung nach die Prioritäten im architektonischen Design?
Die Priorität liegt darin, dass alle Beteiligten – der Entwerfer, der Auftraggeber und die Nutzer – glücklich sind.
Wie sehen Sie die aktuelle Situation der Architektenbranche in der Türkei, insbesondere im Hinblick auf Entwurf, Kostenmanagement, Verträge und Beratung?
Architekten, die ein kulturelles Bewusstsein haben, tragen eine große Verantwortung in der Türkei. Besonders in den letzten Jahren haben städtebauliche Projekte die Städte mit erstaunlicher Geschwindigkeit verändert. Neben design- und kundenorientierten Ansätzen, die eher festgefahren und oberflächlich sind, gibt es aber auch in der Türkei innovative und aufgeschlossene Fachleute, die den städtischen Kontext respektieren. Obwohl wir viele Projekte kritisieren können, gibt es meiner Meinung nach auch eine beträchtliche Anzahl guter Projekte.
Statistiken zufolge wird die Weltbevölkerung zwischen 2000 und 2050 um 46 % steigen, und im Jahr 2050 werden 70 % der Bevölkerung in städtischen Gebieten leben. Welche Aufgaben kommen der Architektur in diesem Zusammenhang zu?
Städtische Räume sollten im großen Maßstab geplant werden, aber die Entscheidungen sollten nicht ausschließlich von Kommunalverwaltungen und Stadtplanungsämtern getroffen werden. Ich denke, neue städtebauliche Entscheidungen sollten in städtischen Räten getroffen werden, die neben Architekten und Stadtplanern auch Soziologen, Historiker und andere Fachleute umfassen. Für größere Projekte sollten Jurys gebildet und, falls erforderlich, Nutzervoten durchgeführt werden. Es ist wichtig, die Stadt unter Berücksichtigung der Meinungen der Einwohner zu verändern. Andernfalls entstehen seelenlose städtische Ecken, in denen niemand leben möchte.
Was denken Sie über die Entwicklung umweltfreundlicher, „grüner“ Gebäude in der Türkei und weltweit?
Die Kriterien für grünes Bauen sollten an die spezifischen Merkmale der jeweiligen Siedlungen in der Türkei angepasst werden. Es ist wichtig, Szenarien mit realistischen und regional geeigneten Kriterien zu entwickeln.
Worauf achten Sie bei der Auswahl von Materialien?
Meine ersten beiden Kriterien sind Schlichtheit und Natürlichkeit. Farbe, Textur, Verhalten unter verschiedenen Bedingungen, Alterung und die Kombination mit anderen Materialien sind natürlich ebenfalls wichtig. Ich versuche, die Identität eines Materials genau zu verstehen, denn je besser man es kennt, desto besser kann man es einsetzen.
Wir haben in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet. Was sind Ihre Kriterien bei der Wahl von AZM Floor & Interior Solutions?
Das Wichtigste ist, eine gemeinsame Sprache in der Kommunikation zu finden. Ich denke, dass wir immer gut beraten wurden, was unsere Anforderungen, Bedenken und die positiven oder negativen Eigenschaften der Materialien betrifft. Die Qualität der von uns gekauften und verwendeten Produkte hat uns nie enttäuscht.
Welche Ratschläge haben Sie für junge Architekten?
Seid überzeugt und positiv in dem, was ihr tut, und scheut euch nicht davor, Verantwortung zu übernehmen.
Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!


